JRA Fragen

 

Häufige Fragen

 

Welche Kosten entstehen beim Erstgespräch?

Die Kosten für die Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch und die notwendigen Untersuchungen werden von den gesetzlichen Kassen und privaten Versicherungen im wesentlichen vollständig übernommen.

Kosten für Kinderwunschbehandlung werden nicht immer automatisch und vollständig übernommen. Oft muss vor Therapiebeginn ein Antrag auf Kostenübernahme bei der gesetzlichen Kasse bzw. der privaten Versicherung/ der Beihilfe gestellt werden.

Wir klären Sie über die anfallenden Kosten genau auf, helfen Ihnen bei der Antragstellung und unterstützen Sie bei der Erlangung der höchst möglichen Kostenübernahme durch Krankenkasse bzw. Versicherung.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter dem Menüpunkt "Kosten".

 

Können wir als lesbisches Paar in die Kinderwunschpraxis kommen?

Ja, wir begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg des Kinderwunsches. Neben Beratung und Diagnostik führen wir Behandlungen mit Spendersamen in Kooperation mit einer Samenbank durch (Voraussetzung: es besteht eine eingetragene Lebenspartnerschaft).

 

Muss ich wegen einer Kinderwunsch­behandlung „krank” machen?

Nur im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (IVF- oder ICSI-Therapie) werden Sie ab dem Tag der Follikelpunktion für zwei bis fünf Tage krankgeschrieben. Genau vorhersagen lässt sich dieser Zeitraum meist erst bei der Ultraschalluntersuchung am 10. Zyklustag. Die von uns ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber enthält keine Diagnosen, jedoch unseren Stempel. Einige Frauen lassen sich deswegen vom Haus- oder Frauenarzt eine neue Bescheinigung ausstellen.

 

Wer gibt mir die Spritzen?

Die zu spritzenden Medikamente werden wie Thrombose- oder Insulinspritzen mit einer feinen Nadel unter die Haut gespritzt – z.B. am Bauch oder am Oberschenkel. Die meisten Frauen spritzen sich selbst, nachdem sie die Spritzanleitungen genau durchgelesen haben oder sich von einer Praxismitarbeiterin haben unterweisen lassen. Sie können das auch! Bei manchen Paaren übernimmt auch der Mann das Spritzen.

Ansonsten können Sie gerne zu uns kommen oder auch zu Ihrem Frauen- oder Hausarzt gehen.

 

Zu welcher Uhrzeit sollen die Spritzen gegeben werden?

Im Prinzip ist es egal zu welcher Uhrzeit Sie sich die Stimulationsspritzen (Puregon®, Menogon HP®, Gonal F®) geben. Wählen Sie eine Uhrzeit, die Sie jeden Tag in etwa einhalten können. Denn es ist wichtig, immer zur gleichen Zeit (+/- 2 Stunden) zu spritzen.

Eine wichtige Ausnahme gibt es: Die Uhrzeit der Auslösungsspritze (Brevactid®) wird genau von uns festgelegt! Es ist sehr wichtig, dass Sie sich an diese Anordnung halten.

 

Darf ich die Medikamente gleichzeitig spritzen?

Ja. Sie können Stimualtionsmedikamente (Puregon®, Menogon HP®, Gonal F®) zum gleichen Zeitpunkt wie die Medikamente zur Unterdrückung des Eisprungs (Cetrotide®, Orgalutran®) spritzen. Falls Sie mehrere Ampullen des gleichen Medikaments spritzen müssen, kann man auch mehrere Trockensubstanzen (Pulver = Wirkstoff) dieses Medikamentes in einem Lösungsmittel (Flüssigkeit) auflösen. So spritzen Sie ein geringeres Volumen, was angenehmer ist.

 

Wie wende ich Famenita an?

Wir empfehlen, die Famenita®-Kapseln in die Scheide (vaginal) einzuführen. So wird der Wirkstoff schneller aufgenommen. Es ist normal, dass sich die Kapseln nicht ganz auflösen und Reste der Trägersubstanz wieder aus der Scheide heraus kommen. Sie können Famenita® auch schlucken. Bei oraler Anwendung kommt es aber gelegentlich zu Magenbeschwerden. Famenita® wird immer in der zweiten Zyklushälfte bis zum Schwangerschaftstest zur Unterstützung der Einnistung angewendet. Der genaue Beginn der Anwendung hängt vom individuellen Therapiezyklus ab. Wir teilen Ihnen mit, wann Sie Famenita® starten sollen.

 

Folgende Dosierungen werden empfohlen:

Nach Follikelpunktion für IVF oder ICSI: täglich 3x1 Kapsel Famenita® 200 mg vaginal (1-1-1)
Im Kryozyklus: täglich 3x1 Kapsel Famenita® 200 mg vaginal (1-1-1)
Bei Insemination: abends 1x1 Kapsel Famenita® 200 mg vaginal (0–0–1)
Bei Zyklusunterstützung: abends 1x1 Kapsel Famenita® 200 mg vaginal (0–0–1)

 

Nach wie vielen Tagen kann der Schwangerschaftstest gemacht werden?

Der Schwangerschaftstest erfolgt normalerweise 14 Tage nach der fruchtbaren Zeit/ der Insemination/ dem Embryotransfer. Den genauen Tag für den Test im aktuellen Zyklus teilen wir Ihnen jeweils präzise mit.

Das Ergebnis von Urintests kann gelegentlich falsch negativ sein; d.h. der Test zeigt negativ („nicht schwanger“) an, obwohl doch eine Schwangerschaft vorliegt. Daher raten wir Ihnen, eine Blutentnahme für den Schwangerschaftstest vornehmen zu lassen. Dann bekommen Sie ein eindeutiges Ergebnis.

 

Wie viele Embryonen werden nach einer künstlichen Befruchtung eingesetzt?

Im Rahmen der Planung der künstlichen Befruchtung werden wir diese Frage mit Ihnen individuell besprechen und den für Sie richtigen Weg festlegen.

Generell gilt: In Deutschland dürfen pro Embryotransfer maximal drei Embryonen eingesetzt werden. Je mehr Embryonen eingesetzt werden, umso höher ist das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft – die Schwangerschaftsrate steigt mit der Zahl der Embryos aber nicht linear an. Da Mehrlingsschwangerschaften (besonders Drillinge und Vierlinge) sehr risikoreich für Mutter (u.a. wegen Thrombose) und Kinder (besonders wegen den Langzeitfolgen der Frühgeburtlichkeit) sind, sollten höhergradige Mehrlingsschwangerschaften unbedingt vermieden werden.

Wir setzen daher maximal zwei Embryonen in die Gebärmutter zurück. Da wir eine besonders gute Schwangerschaftsrate gerade bei jungen Frauen haben, sollte grundsätzlich überlegt werden, ob im ersten Behandlungsversuch nur ein Embryo übertragen wird, um das Risiko für eine Zwillingsschwangerschaft gering zu halten. 

 

Was kann ich sonst noch tun?

Versuchen Sie, sich gesund zu ernähren und ansonsten Ihr Leben ganz normal weiterzuführen.

Verzichten Sie auf das Rauchen!

Weiterhin wird allen Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, täglich 0,4 bis 0,8 mg Folsäure und evtl. auch 0,2 mg Jodid einzunehmen.

Wenn Sie sich wohl fühlen, dürfen Sie zu jedem Zeitpunkt der Therapie Sport treiben.

 

Muss ich bestimmte Verhaltensregeln nach Embryotransfer oder Insemination beachten?

Nein. Hier sind keine Einschränkungen notwendig.

 

Dürfen wir Geschlechtsverkehr haben?

Natürlich, jederzeit. Zu beachten ist nur, dass die Spermaqualität nach drei bis fünf Tagen Karenz am besten ist. Daher sollte der letzte Samenerguss am Tag der Insemination oder der Eizellentnahme 3 bis 5 Tage zurückliegen.

 

Gibt es Medikamente, die die Spermaqualität verbessern?

Nein. Aber falls Sie rauchen, kann das Aufhören eine eingeschränkte Spermaqualität deutlich verbessern. Allerdings dauert es mindestens 3 Monate bis sich der positive Effekt der Nikotinabstinenz bei der Spermienproduktion bemerkbar macht.